Allgemeine Informationen zu Regiosaatgut

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Warum Regiosaatgut?

Spätestens mit Beginn des Jahres 2020 dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur noch gebietsheimische Arten in der freien Landschaft ausgebracht werden. Dafür gibt es gute Gründe:

Wildpflanzen weisen in der Regel bestimmte genetische Anpassungen an ihre Region auf.
So sind meist im Laufe der Zeit Anpassungen an die regiotypischen Eigenheiten des Bodens, des Klimas oder anderer Umweltbedingungen entstanden.

Zur Erhaltung der genetischen Anpassung und allgemein auch der genetischen Vielfalt sowie zur Erhaltung des natürlichen Artenspektrums empfiehlt sich deshalb bei Begrünungsmaßnahmen in der freien Landschaft der Einsatz von gebietseigenem Saatgut, auch "authochthones Saatgut" oder Regiosaatgut genannt. Bei Regiosaatgut gilt der Grundsatz: "aus der Region - für die Region". Kurz: Regiosaatgut ist Saatgut, das durch Besammlung von Wildpflanzen in einer bestimmten Region gewonnen wird, um später, in der Regel nach einer Zwischenvermehrung, in dieser Region wieder ausgebracht zu werden.

Dass Regiosaatgut-Mischungen ortsfremden Ansaatmischungen auch tatsächlich überlegen sind, haben kürzlich zwei wissenschaftliche Studien belegt. Regionale Arten zeigten dabei eine kräftigeres Wachstum und mehr Blütenbildung als ortsfremde Genotypen. Einen Artikel mit mehr Informationen über diese Studien finden Sie auf der >> Webseite der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege.

Das Produkt Regiosaatgut stützt sich auf ein mit den Naturschutzbehörden der Länder abgestimmtes Konzept. Damit wurde auf Grundlage von 22 Herkunftsregionen und den dazugehörigen Positivlisten der potenziell zu verwendenden Arten eine fundierte Grundlage für die Erstellung von Regiosaatgut-Mischungen geschaffen.
Achten Sie jedoch auf die richtige Zertifizierung von Regiosaatgut, denn der Begriff Regiosaatgut ist nicht geschützt.

Weitere Informationen zum Thema können Sie hier nachlesen: Leibniz Universität Hannover: Regiosaatgut- und Regiopflanzgutkonzept 

 

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Die Herkunftsregionen und Arten für Regiosaatgut:

In einem wissenschaftlichen Projekt unter Mitarbeit von Landesbehörden und Fachexperten (Förderung durch die DBU, Leitung durch Prof. Dr. Rüdiger Prasse1, Koordination durch Dr. Dierk Kunzmann1) wurde die Einteilung der deutschen Naturräume in die verschiedenen Herkunftsregionen für Regiosaatgut erarbeitet, sowie die in den jeweiligen Regionen verwendbaren Pflanzenarten. Wir orientieren uns bei der Sammlung und Produktion des regionalen Saatgutes an den 22 definierten Herkunftsregionen:

Herkunftsregionen von Regiosaatgut


Die für die jeweilige Herkunftsregion verwendbaren Arten (die sogenannte "Positivliste") können Sie hier ermitteln: Artenfilter der Leibniz Universität Hannover



Falls Sie sich nicht sicher sind, in welcher Region sich Ihr Zielort für Regiosaatgut befindet, können Sie dies mit Hilfe des Kartendienstes der Leibniz Universität Hannover feststellen.

Neben Regiosaatgut bieten wir auch Wiesendrusch für eine Begrünung mit regioalem Saatgut an, z.B. im Umgriff von Naturschutzgebieten bzw. für Sonderstandorte sowie v.a. in Regionen, in denen noch nicht ausreichend Regiosaatgut zur Verfügung steht.


Sollten Sie Fragen zu den Herkunftsregionen oder allgemein zu unserem Angebot haben, so kontaktieren Sie uns bitte! Wir helfen Ihnen gerne weiter.

1 Institut für Umweltplanung, Universität Hannover

 

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Eigene Produktion

Kurzüberblick:
Von der Spenderflächensuche bis zum fertigen Produkt - "Produktion von Wildpflanzensaatgut" (pdf-Datei) von Dr. Walter Bleeker und Stefan Zeller; erschienen im European Journal of Turfgrass Science 04/2013.

 

Bei Saaten Zeller erhalten Sie von der Erzeugung, Mischung, Qualitätskontrolle und dem Vertrieb des Saatgutes alles aus einer Hand. Dadurch können wir flexibel auf den Markt reagieren – z.B. für Individualmischungen. Ausserdem sorgen kurze Wege für eine wirtschaftliche Produktion und dadurch für ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Besonders wichtig ist es uns, dass wir selber in der Lage sind unsere hohen Qualitätsmaßstäbe während des gesamten Prozesses zu kontrollieren und zu beeinflussen.

Hierfür betreiben wir eigene Vermehrungsbetriebe und arbeiten in enger Zusammenarbeit mit Vermehrern vor Ort. Im Folgenden möchten wir Ihnen zwei unserer Betriebsstandorte vorstellen:

 

Betriebsstandort Phöben / Werder in Brandenburg

Seit 2011 betreiben wir eine Aussenstelle der Firma Saaten-Zeller in Phöben / Werder in Brandenburg. Die Betriebsgröße beträgt 85 ha wobei 45 ha mit regionalen Wildpflanzen angebaut sind.
In Brandenburg sind bereits 6 weitere landwirtschaftliche Betriebe mit der Produktion von regionalem Wildpflanzensaatgut für uns tätig.

Ansprechpartner ist Herr Stefan Zeller.  mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Impressionen vom Betriebsstandort Phöben (zum Vergrößern auf die Bilder klicken:

Erstes Bild: Dr. Schütte, Joachim Zeller und Bundesministerin Ilse Aigner (von links nach rechts); alle Bilder: FNR/M.Hauri


Ilse Aigner in Phöben

Vermehrungsparzellen

Vermehrung Moschus Malve

 

Betriebsstandort Bienenbüttel in Niedersachsen

Seit 2009 betreibt die Firma Saaten-Zeller den Vermehrungsbetrieb Bienenbüttel in Niedersachsen. Hier werden auf zur Zeit 36 Hektar regionale Wildkräuter und Wildgräser für die Herkunftsregion 1 angebaut. In der Region 1 haben wir zusätzlich noch 2 Saatgutvermehrer.

Betriebsleiter des Betriebsstandortes Bienenbüttel ist Herr Sascha Hartig.

Impressionen vom Betriebsstandort Bienenbüttel (zum Vergrößern auf die Bilder klicken):


Vermehrungsparzellen
 

Anwalzen einer Ansaat
 

Sauerampfer Vermehrung

 

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Unser Zertifizierungssystem für Regiosaatgut

RegioZert® ist das Qualitätssicherungssystem für die Produktion und den Vertrieb von Regiosaatgut 

Mit RegioZert® wird eine lückenlose Rückverfolgbarkeit über die gesamte Produktions- und Vertriebskette des Regiosaatguts gewährleistet.
Zusätzliches Qualitätselement sind hohe Standards für Reinheit, Keimfähigkeit und Besatz. Das Zertifikat ist in der Abteilung Handel des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) angesiedelt (http://www.bdp-online.de/de/Branche/Saatguthandel/RegioZert/). Die Einhaltung der strengen Herkunfts- und Qualitätskriterien wird durch das renommierte LACON-Institut regelmäßig geprüft.

Die Produktion, der Handel und die Ausbringung von Saatgut unterliegen einer Vielzahl rechtlicher Vorschriften auf nationaler und EU-Ebene

Für Regiosaatgut sind insbesondere das Bundesnaturschutzgesetz und die Erhaltungsmischungsverordnung (Umsetzung der EU-Richtlinie 2010/60/EU) von Bedeutung.
Mit RegioZert® sind sie immer auf der sicheren Seite. Das Zertifikat regelt die Aufsammlung, die Vermehrung und den Handel von Regiosaatgut auf der Grundlage der in der Erhaltungsmischungsverordnung festgelegten 22 Ursprungsgebiete. Als einziges Siegel auf dem Markt setzt es auch bei der Auswahl geeigneter Arten für jede der 22 Ursprungsgebiete konsequent auf die Erfüllung nachvollziehbarer wissenschaftlicher Kriterien. Durch die ausschließliche Verwendung verbreiteter Arten wird die Ausbringung gebietsfremder Arten im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes effektiv verhindert.  

RegioZert® erfüllt die Kriterien der Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut der FLL (nach Standorten differenzierte gebietseigene Saatmischungen für jede der 22 Ursprungsregionen).

Die detaillierten Grundlagen des Qualitätssicherungssystems RegioZert® können sie hier einsehen.

 

> Unser RegioZert® Zertifikat ansehen

 

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